Indhold: Luthers forord #1. Münzers første brev #6. Münzers andet brev #18. Münzers tredie brev (til grev Albrecht af Mansfeld) #28. Münzers fjerde brev (til grev Albrecht af Mansfeld #34.
Tilbage til oversigten!
| 1 Eine
schreckliche Geschichte und Gericht Gottes über Thomas Münzer,
von Dr. Luther herausgegeben. 1524.
Allen lieben Deutschen Martinus Luther. |
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| 2 Gnad und Fried! Diess offenbarlich Gericht des ewigen Gottes, und schrecklich Geschicht, so er hat lassen gehen über und wider die Lehre und Schrift von Rotten Thomas Münzer, des mördischen und blutgierigen Propheten, hab ich lassen ausgehen, zu warnen, zu schrecken, zu vermahnen alle diejenigen, so jetzt Aufruht und Unfried treiben, und zu Trost und Stärke aller der, so solchen Jammer sehen und leiden müssen, auf dass sie greifen und empfinden, wie Gott die Rottengeister und Aufrührer verdampt, und willens ist mit Zorn zu strafen. | |
| 3 Denn hie siehest du, wie dieser Mordgeist sich rühmet, Gott rede und wirke durch sie, [ihn], und sei sein göttlicher Wille, und thut, als sei es alles gewonnen (E14) mit ihm; und ehe er sich umbsiehet, liegt er mit etlich Tausend im Drecke. Hätte Gott aber durch ihn geredt, solichs wäre nicht geschehen. | |
| 4 Denn Gott leuget nicht, sondern hält fest uber sein Wort. (4 Mos 23,19; Ebr 6,18) Nun aber Thomas Münzser fehlet, ists am Tage, dass er unter Gottes Namen durch den Teufel geredt und gefahren hat. | |
| 5 Aber auf dass man dester bass sehe, wie er zum Lugner sei worden durch Gottes Gericht, will ich etlichr seiner Briefe vorher lassen gehen; darinnen er also auf Gott trutzet und seinen Namen lästert, dass man greifen muss, wie es Gott nicht hat länger mögen dulden. Gotts Gnad sei mit uns. Amen. | |
| 6 (Thomas Münzer)
Die reine Forcht Gottes zuvor, lieben Brüder! Wie lang schlafet ihr? Wie lang seid ihr Gotte seines Willens nit geständig, darumb dass er euch nach eurem Ansehen verlassen hat? Ach wie viel habe ich euch das gesagt, wie es muss sein! Gott kann sich nicht länger offenbaren, ihr müsst stehen. Thut ihrs nicht, so ist das Opfer ein herzbetrübts Herzeleid umbsonst; ihr müsst darnach von Neuem auf wider in Leiden kommen, das sage ich euch. |
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| 7 Wöllet ihr nicht umb Gottes willen leiden, so müsset ihr des Teufels Märterer sein. Darumb hütet euch, seid nicht verzagt, nachlässig, schmeichlet nit länger den verkehrten Phantasten, den gottlosen Böswichten. Fahet an und streitet den Streit des Herren, es ist hohe Zeit. | |
| 8 Haltet euere Brüder all darzu, dass sie göttliche Gezeugniss nicht verspotten, sondt müssen sie alle verderben. Das ganze Deutsch-, Französtsch- und Welsch-Land ist wag. Der Meister will ein Spiel machen, die Böswichter müssen dran. | |
| 9 Zu Fulda seind in der Osterwochen vier Stiftkirchen verwüstet, die Baueren zu Klegen im Hegau und Schwarzwald seind auf, als drei mal hundert tausend stark, und wird der Hauf je länger je grösser. Allein ist das mein Sorge, dass die närrischen Menschen sich verwilligen in einen falschen Vertrag, darumb, dass sie den Schaden noch nicht erkennen. (E15) | |
| 10 Wo euer nur drei ist, die in Gott gelassen, allein seinen Namen und Ehre suchen, werdet ihr hundert Tausend nicht fürchten. (n10) Nun dran, dran, dran! Es ist Zeit, die Böswichter sein frei verzagt wie die Hunde. Reget die Brüder an, dass sie zu Fried kommen, und ihr bewögen Gezeugniss holen. | |
| 11 Es ist über die Masse hoch, hocn von Nöthen: dran, dran, dran! Lasst euch nicht erbarmen, ob euch der Esau gute Wort fürschlägt, Genesis am 33. Sehet nicht an den Jammer der Gottlosen, siie werden euch also freundlich bitten, greinen, flehen, wie die Kinder; lassts euch nicht erbarmen, wie Gott durch Mosen befohlen hat, Deuter. 7., und uns hat auch offenbaret dasselbige. (n11) | |
| 12 Regt an in Dörfern und Städten und sonderlichen die Berggesellen mit alderer Guter Bursen, welche gut darzu wird sein. Wir müssen nicht länger schlafen. Siehe, da ich die Wort schrieb, kame mir Botschaft von Salza, wie das Volk den Amtmann Herzog Jörgen vom Schloss langen wöllen, umb dess willen, dass er drei hab wöllen heimlich umbringen. | |
| 13 Die Bauern vom Eisfeld sein über ihr Jonkherrn fröhlich worden, kurz, sie wöllen ihr kein Gnade haben. Es ist des Wesens viel, euch zum Ebenbilde, ihr müsst dran, dran, es ist Zeit! Balzar und Barthel Krump, Valten und Bischof gehet seine an. | |
| 14 Diesen Brief lasset den Berggesellen werden, mein Drucker wird kommen in kurzen Tagen. Ich hab die Botschaft kriegen, ich kann es jetzung nicht anders machen, selbs wollt ich den Brüdern Unterricht ganz geben, dass ihn das Herz viel grösser sollt werden, denn alle Schlösser und Rüstung der gottlosen Böswichter auf Erden. | |
| 15 Dran! dran! weil das Feuer heiss ist. Lasst euer Schwert nicht kalt werden von Blut. Schmiedet Pinkepank auf den Ambos; Nimrod werfet in den Thorm zu Boden. (E16) Es ist nicht müglich, weil sie leben, dass ihr der menschlichen Forcht sollt los werden. Man kann euch von Gott nicht sagen, dieweil sie uber euch regieren. Dran, dran, dran! dieweil ihr Tag habt! Gott geht euch für, solgt! | |
| 16 Die Geschicht stehen beschrieben Matt 24 erklärt. Darumb lasset euch nicht abschrecken, Gott ist mit euch, wie geschrieben stehet 2. Paral. 2. Diess sagt Gott, ihr sollt diese grosse Menge nicht scheuen. Es ist nicht euer, sonder des Herrn Streit, ihr seids nicht, die ihr streitet. | |
| 17 Stellet euch fürwahr
männlich, ihr werdet sehen die Hilf des Herrn über euch. Da Josaphat
diese Wort horte, da fiel er nieder. Also thut auch durch Gott, der euch
stärke ohn Forcht der Menschen im rechten Glauben, Amen!
Datum Mühlhausen im. 25. Jahr. Thomas Müntzer, ein Knecht Gottes wider die Gottlosen. |
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| 18 (Thomas Müntzer)
Die gestrackte Kraft, feste Forcht Gottes und der beständige Grund seines gerechten Willens sei mit dir, Bruder Ernst! Ich, Thomas Müntzer, etwan Pfarrherr zu Alstät, ermahne dich zum überflussigsten Anregen, dass du umb des lebendigen Gottesnamen willen deines tyrannischen Wüthens wöllest müssig sein und nicht länger den Grimm Gottes über dich erbittern. |
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| 19 Du hast die Christen angefangen zu martern, du hast den heiligen christlichen Glauben ein Büberei gescholten, du hast die Christen unterstanden zu vertilgen. Siehe an, du elender, dürftiger Madensack, wer hat dich zum Fürsten des Volks gemacht, welchs Gott mit seinem theuren Blut erworben hat? | |
| 20 Du musst und sollt beweisen, ob du ein Christen bist. Du sollt und musst deinen Glauben berechen, wie 1. Petri 3. befohlen. Du sollt in wahrhaftiger Wahrheit gut sicher Geleit haben, deinen Glauben an den Tag zu bringen, das hat dir ein ganze Gemeine im Ringe zugesaget; und sollt dich auch entschuldigen deiner offenbarlicher Tyrannei, auch ansagen, wer dich so thürftiglich gemacht, (E17) dass du allen Christen Nachtheil unter eim christlichen Namen willt ein solcher heidnischer Bösewicht sein. | |
| 21 Wirst du aussen bleiben und dich aufgelegter Sach nicht entledigen, so will ich ausschreien vor aller Welt, dass alle Brüder ihr Blut getröst sollen wagen, wie etwan wider die Türken. Da sollt du verfolget und ausgereut werden. | |
| 22 Denn es wird ein Jeder viel emsiger sein, da an dir Ablass verdienen, denn vor Zeiten der Papst gegeben. Wir wissen Nichts anders an dir zu bekommen, es will kein Scham in dich, Gott hat dich verstockt, wie den König Pharaonem, auch wie die Künige, welche Gott wollte vertilgen, Josuä 5. und 11. | |
| 23 Seis Gott immer mehr geklaget, dass die Welt deine grobe büffelwüthende Tyrannei nicht ehe erkannt. Wie hast du doch solichen merklichen unerstattlichen Schaden than, wie mag man sich anders denn Gott selber über dich erbarmen? | |
| 24 Kürzumb, du bist durch Gottes kräftige Gewalt der Verderbunge überantwortet. Wirst du dich nicht demöthigen vor den Kleinen, so wird dir ein ewige Schande vor der ganzen Christenheit auf den Hals fallen, du wirst des Teufels Märterer werden. | |
| 25 Dass du auch wissest, dass wirs gestrackten Befehl haben, sage ich, der ewige lebendige Gott (n25) hat es geheissen, dich von dem Stuhl mit Gewalt, uns gegeben zu stossen; denn du bist der Christenheit nichts nutz, du bist ein schädlicher Stäubbesem der Freude Gottes. | |
| 26 Gott hat dir und von deines Gleichen gesaget, Ezechielis am 34. ung 39., Danielis am 7., Matthäi am 3. Abbadias der Prophet saget, dein Nest auszureissen und zuschmerttert werden. | |
| 27 Wir wöllen deine Antwort
noch heint haben, oder dich im Namen Gottes der Scharen heimsuchen, da
wisse dich nach zu richten! Wir werden unverzoglichen thun, was uns Gott
befohlen hat, thu du auch dein Bests, ich (E18) fahre daher. (n27)
Geben zu Frankenhausen, Freitags nach Jubilate. Anno 25.
Thomas Müntzer mit dem Schwert Gideonis. |
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| 28 Forch und Zittern se eim
jeden, der übel thut, Röm 2,9 (n28)
Dass du die Epistel Pauli also übel missbrauchest, erbarmt mich. Du willt die böswichtischen Oberkeit dardurch bestätigen in aller Masse, wie der Papst Petrum und Paulum zu Stockmeistern gemacht. |
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| 29 Meinst du, dass Gott der Herr sein unverständig Volk nicht erregen könne, die Tyrannen abzusetzen in seinem Grimm? Osea am 13,11 und 8,4. Hat nicht die Mutter Christi aus dem Heiligen Geist geredet, von dir und deines Gleichen weissagende Luc. 1,57: Die Gewaltigen hat er vom Stuhl gestossen, und die Niedrigen (die du verachst) erhaben. | Mener du, at Gud Herren ikke kan oprøre sit uforstandige Folk, saa han afsætter Tyranner i sin Vrede? (338) |
| 30 Hast du ein deinen Lutherischen Grütz und in deines Wittembergischen Suppen nicht mögen finden, was Ezech. an seinem 37. Kapitel V. 4 weissaget? Auch hast du in deinem Martinischen Baurendreck nit mögen schmecken, wie derselbige Prophet weiter sagt am 39,4: Unterscheid, wie Gott alle Vögel des Himmels fordert, dass sie sollen fressen das Fleisch der Fürsten, und die unvernünftigen Thier sollen saufen das Blut der grossen Hansen, wie in der heimlichen Offenbarung am 18. und 19,18 beschrieben. | Har du i din lutherske Grød og i din wittenbergske Suppe ikke kunnet finde, hvad Ezechiel profeterer i sit 37. Kapitel? Heller ikke har du i dit martinske Bondemøg kunnet smage, hvorledes samme Profet videre siger i det 34., hvorlunde Gud opfordrer alle Himlens Fugle til, at de skal æde Fyrsternes Kød, og de ufornuftige Dyr skal drikke de store Hansers Blod |
| 31 Meinst du, dass Gott nicht mehr an seinem Volk, dann an euch Tyrannen geleten? Du willt unter dem Namen Christi ein Heide sein, und dich mit Paulo zudecken. Man wird dir aber die Bahne verlaufen, da wisse dich nach zu halten. (19) | |
| 32 Willt du erkennen Danielis am 7,27 wie Gott die Gewalt der Gemeine gegeben hat, und für uns erschinen, und deinen Glauben berechnen [brechen] wöllen wir dir das gerne geständig sein, und für einen gemeinen Bruder haben; wo aber nicht, werden wir uns an deine lahme schale Fratzen nichts kehren, und wider dich fechten, wie wider einen Erzfeind des Christenglaubens; da wisse dich nach zu halten. | |
| 33 Geben zu Frankenhausen, Freitags
nach Jubilate. Anno 1525.
Thomas Müntzer mit dem Schwert Gedeonis. Bruder Albrecht von Mansfeld zu Bekehrung geschrieben. |
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| 34 Dem edlen Grafen und Herren, Albrecht zu Mansfeld, christlichem Fürsteher, undserm Herrn und freundlichen Bruder in Christo (se #n28) | |
| 35 Gnad und Fried in Christo unserm Heilande. | |
| 36 Edler Graf und Herr! Euer Schreiben haben wir erlesen, und bedanken uns christlichen Versammlungen und treulichs Erbieten, so ihr gegen uns gethan, wiewohl in solchem Uebersenden den armen Leuten zu Obersleuben und Pfiiffel das Ihre entfremdet etc. | |
| 37 Jedoch ernennen wir euch und den euern einen christlichen Tage mit dreissig Pferden ungefährlich zu haben, morgen Freitags umb zwölf Horen [W. Uhren] zu Mertens Rita für der Brucken zu erscheinen. | |
| 38 Darzu geben wir euch bei christlichen Treuen mit unserm angehaftem Sigill unser sicher ungefährlich Geleite, und Sicherunge zu und ab, bis wieder in euer Gewaltsamikeit, ohn alle Gefährde, auch in solcher Maass, dass ihr euch auch mit euerm Anhange mittler Zeit gegen das Armuth und christliche Versammelunge friedlich haltet, und uns wiederumb Geleit, in massen wir euch thon, zuschickt, darnach (E20) wir uns zu richten. Euch christliche Treue zu erzeigen seind wir geliebt, bitten gschriftlich Antwurtet. | |
| 39 Datum Donnerstags nach Jubilate.
Anno 1525.
Christliche Versammelunge zu Frankenhausen. |
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| 40 Martinus Luther [W.
an den christlichen Leser]
Diese zween Briefe an Graufen Albrecht, Herren zu Mansfeld, kommen daher, dass derselbige Grafe aus christlicher guter Meinung sich schriftlich gegen die Bauren zu Frankenhausen erboten hätte, einen freundlichen Vertrag mit ihren Oberherrn zu suchen, und dahin helfen handlen, dass Blutvergiessen vermieden wurde. |
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| 41 Darauf sie ihm, wie ihr Brief laut, den Freitag nenneten, auf ihr Geleite. Aber weil am selbigen Freitage Geschäft fürfielen, embote derselbige Grafe und Herr wiederumb gschriftlich, und stimmet den nächsten Sonntag hernach. | |
| 42 Indess schickts Gott, dass Thomas Müntzer aus Mühlhaussen gen Frankenhausen kommet: derselbige meinet vielleicht, Graf Albrecht thät solichs aus Forcht und Verzagunge, und schafft so viel, dass die Bauren dem Grafen kein Antwurt gaben, und also der Vertrag nachblieben ist, sondern Müntzer selbs schreib diesen Brief, wie du siehest. | |
| 43 Auf diese hochprächtige Wort des Müntzers haben sich die arme Leute verlassen, und gemeinet, der Heilige Geist redete durch Müntzer. Seind also verführet, und leider mehr denn fünftausend auf einmal umb Leib und Seel kommen. O des elenden Jammers! | |
| 44 Das wollt der Teufel haben, das sucht er auch noch an allen andern aufrührigen Bauren. Und wäre noch alles zu verklagen, wenn nur ihrer Seelen gerathen wäre. | |
| 45 Aber weil sie in offenlichem Ungehorsam, Untreu, Meineide und Gotteslästerunge bis ans Ende verharret und verstockt, ist zu besorgen, sie sind ewiglich verloren. | |
| 46 Herr Gott, ihr elenden Rottengeister, wo seind (E21) nun euerre Wort, damit ihr die armen Leut erregt und gehetzet habt? Da ihr sagtet, sie wären Gottes Volk, Gott stritte für sie, einer wurd hundert erschlahen, ja mit einem Filzhut wurden sie fünf todt erwerfen, und die Büchsensteine wurden zurücke kehren im Schiessen, und die Feinde treffen? | |
| 47 Wo ist nun Müntzers Aermel, darin er wollt alle Büchsenstein fahen, die wider sein Volk geschssen wurden? Wer ist nun der Gott, der soliche Verheissunge durch den Mund Müntzers fast ein Jahr lang geschrien hat? | |
| 48 Wer nu an diesem offentlichen Urtheil Gottes, das er mit Zorns That beweiset hat vor aller Welt, sich nicht kehren noch lernen will, wie diese Rottengeister wider Gott gewest udn eitel Lugen geführt haben, der will je muthwilligklich und wissentlich verführet und verdampt sein. Was sollten da helfen predigen und ermahnen, wo nicht hilft solche greifliche That und Erfahrung? | |
| 49 Solichs alles schreibe ich und lass es ausgehen, nicht dass ich mich freue seins und der Seinen Unglück; denn was ist mir damit beholfen? der ich nicht weiss, was Gott uber mich noch auch beschlossen hat: | |
| 50 sondern dass ich gern wollte warnen alle andere Aufrührer, und verhüten, dass sie nicht auch in gleich Urtheil und Zorn Gottes fallen, und sich der schädlichen falschen Propheten, durch solich Urtheil Gottes erkannt, entschlahen, und sich zum Friede und Gehorsam geben, wie Gott gebeut und haben will. | |
| 51 Am Ende, bitte ich alle frumme Christen, wöllen doch helfen mit Ernst Gott bitten, dass sein göttlich Gnad wollte dem Teufel wehren, und seinen (E22) Zorn von uns wenden. | |
| 52 Denn die Bauren seind so tief und hart verstockt und unsinnig worden, dass sie weder sehen noch hören, und hilft kein Predigen, kein Schreiben, Gott allein muss helfen, sunst wird durch unser Thon und Rath des Jammers kein Ende. | |
| 53 Es ist nimmer Predigens, sondern Bittens Zeit, der Zorn ist angangen; mit Beten müssen wir wehren, wie Aaron mit dem Rauchfass wehret dem Feur. (4 Mos 16,47). | |
| 54 Die Herren und Oberkeit bitte ich auch umb zwei Stucke. Das erste, wa sie gewinnen und obliegen, dass sie sich dess ja nicht uberheben, sondern Gott fürchten, vol welchem sie auch fast sträflich seind. (sev15#115) | Herrerne og Øvrighederne beder jeg om to Ting. For det første, om de vinder, at de da ikke hovmoder sig deraf, men frygter Gud, for hvem ogsaa de er saare strafskyldige. |
| 55 Denn dass ihn Gott den Sieg gibt, thut er nicht darumb, dass sie so gerecht und frumm seind, sondern, wie Moses den Kindern Israel auch sagt von seinen Gottlosen, darumb, dass Gott der Bauren Ungehorsam und Gottslästerung sampt aller ihrer Missethat strafet. | |
| 56 Das ander, dss sie den Gefangenen und die sich ergeben, wollten gnädig sein, wie Gott Jedermann gnädig ist, der sich ergibt und vor ihm demüthiget, auf dass nicht das Wetter sich wende, und Gott den Bauren wiederumb den Sieg gebe. | Det andet, at de vil være naadige mod Fangerne og dem, der overgiver sig, som Gud er enhver naadig, der overgiver sig og ydmyger sig for ham, -- at Vinden ikke skal vende sig og igen give Bønderne Sejr |
| 57 Gott helfe und bald zum seligen Friede, Amen. Anno 1525. | |
| 58 c | |
| 59 c | |
| 60 c |
Noter:
n10: Randglosse Luthers: Dess seind sie jetzt leider wohl gewahre worden zu Frankenhausen. O du lugenhaftiger Mordergeist, was hast du bereit viel umbbracht mit diesem Verheissen!
n11 : Randglosse Luthers: Ja, im Rauchloch.
n25 Randglosse Luthers: Ja, der Teufel i der Höll.
n27: Randglosse Luthers: Ich fahre daher auf eim Knebel in den Thorm zu Heidrungen und bin ein beschiffen Prophet worden.
n28: Erlanger kommentar: Bei Walch, welcher den folgenden Brief der "christl. Versammling zu Frankenhausen" zuerst giebt, steht auch die Zuschrift des letztern (Dem edlen Grafen --- in Christo) irrig vor diesem ersten.