| 1 Von
den neuen Eckischen Bullen und Lügen. |
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| 2 A
Dass Doctor Eck von Rom sei kommen, wird mir durch viele tapfere Anzeigen
bekundigt, unter wilchen das stärkist ist das, ob er wohl vorhin in
Bayern, Schwaben, Osterreich, Rhein, Rom, Bononien, und auch nu in Meissen
und Sachsen ein solcher falscher Mensch erkennet und berufen ist, der allis
leugt und treugt, uwas er redt, schreibet und thut, wie ihm das sein Canonici
indocti, und Eccius dedolatus, daneben viel tapfer Leut
erweiset haben; |
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| 3 so hat er doch nu wollt
beweisen sein redliche Romfahrt, und ihm furgenummen, sich selbs mit Lugen
ubirwinden. Denn solch Leut gibt itzt zu Rom, und kein ander. |
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| 4
Zum ersten schreibt er: Ich mackel das Sacrament der Tauf, dass ich sage,
es nehme nit alle Sund abe, und wolle nit die Kinder lassen damit begiessen.
Da sagt Doctor Eck das Seine. Es findt sich in meinem Buch anders; da beruf
ich mich auf. Ich muss lügen lassen, wers nit lassen will. |
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| 5
Zum andern schreibt Doctor Eck mehr, dass ich die Reu vornichte und unnothig
achte, die Beichte beschneide, und Gnugthuung vorwerf. Das erdichtet er
auf mich; denn mein Bucher sagen anders. |
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| 6
Zum dritten schreibt Doctor Eck, dass ich vorwirfe Bereitung zum Sacrament
mit Beten und Fasten. Das ist nit also; sondern ich lehre, sie sein nit
gnug: dass aber auch beider Gestalt den Laien zu geben, und Christus Fleisch
und Blut unter dem nataurlichen Brod und Wein glauben, ketzerisch sei,
da sagt er das Seine; denn er weiss es anders. |
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| 7
Der Art ists auch, dass ich lehren soll, es sei gnugsam, dass der Sunder
von Sunden lass, ob er schon nit Reu habe. Merk, lieber Mensch, was sollt
ein solcher (E16) Lugener Gutis furhaben, der so unvorschampt wider offentliche
Bucher dar frei auf mich so giftig lügen? |
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| 8
Darnach gibt er mir Schuld, ich mach ein Aufruhr, und den Adel wider den
Papst errege, und zeugt mein Schrift dahin, als hätt ich gesagt: Der
Adel sollt nicht an den Stiften und geistlichen Gutern ubirkommen. Siehe
da, du frummer Mann Doctor Eck, ich klag eben dasselb in meinem Buchlin,
dass die Guter der Kirchen, die der Adel den Seinen zu gut gestift hat,
durch die romischen Buben werden vorschlunden, und dem deutschen Adel also
das Brod aus dem Maul werde entzogen: so spricht mein Eck, ich woll nit,
dass den Adel werden sol. Dank hab, du frummer Romanist. |
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| 9
Er schilt auch meine Hoffart, dass ich mich erhebe ubir die heiligen Lehrer
und Concilia. Dass ich hoffärtig und mit mehr Lastern sei beladen,
weiss ich nit zu vorfechten; ich hab mich mener Heilickeit in keinem Stuck
ja berumbt. |
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| 10 Ist Doctor Eck so demuthig
und heilig, als er forgibt, idermann zu tadlen am Leben, lass ich geschehen.
Wir handeln nit von Leben, sondern von Lehren. Lehre bleibt wol recht in
einem, obschon sein Leben bos ist. So ist bose Lehre tausendmal schädlicher,
denn bos Leben. |
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| 11 Derselben Lehre halben thue
ich, was ich thu, und sag, dass Doctor Eck abermal der Wahrheit sparet.
Ich erhebe mich nit ubir die Doctores und Concilia; ich erhebe Christum
ubir alle Lehrer und Concilia. Und wo ich desselben einen klaren Spruch
hätt, will ich auch ubir alle engel heben, wie Paulus thut Gal. 1,8.
Darumb thut mirs und St. Pauel nit wehe, dass hierinne der lugenhaftig
Mund, ein Feind der Wahrheit, uns beide Ketzer straft. |
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| 12
Er zeucht herfur, ich hab gelogen, da ich geschrieben: wir haben ihm nit
angeboten die Disputation (exurge#70?). Das
ist auch nit also, und allis, was er in demselben irrigen Buchlin schreibt;
wiewohl das hie zur Sach nit dienet, und sein Muthwill nur Ursach zu lügen
allenthalben sucht. Ich wollt ihr auch wol finden auf ihm mit wenig Suchen.
(17) |
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| 13
Dass ich päpstlichen Pracht hab angegriffen, thut meinem Herrn Doctor
wehe, und schreibt viel, wie der Papst so schlecht sich halt in der Kammer
und daheimen, gerad als hätt ich gesagt, er fuhret seinen Pracht alle
Augenblick. Warum sagt er nit auch, dass er nackt im Bett und Bad ist?
O du kaltes Entschuldigen, und dolpischs Heuchlen. |
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| 14 Ich hab von vier tausend
Maulen geredt; wie wenn ich gesagt hätt, dass etlich achten, es sein
ums Papst willen zu Rom täglich mehr dann zwenzig tausend Maulpferd? |
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| 15 Lieber Eck, mich ficht nit
an, wie viel oder wenig der Papst prange. Lustet es ihn, er halte hundert
tausend Maulpferd. Hie solltist du mich strafen, dass ich klag, dass solch
Pracht ubir unser Stift, Adel und arm Leut gaht. Hie solltist du den Papst
entschuldigen, auf der Strass bleiben, nit meine Wort ziehen, wo dich dein
Frevel lehret ziehen. Du bist falsch im Herzen. |
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| 16
Dass ich das Sacrament der Weihung nit halte, wie sie es halten, hab ich
gnug bewährter Ursach zu; und Eck sampt allen Romanisten sollen mir
nit wehren, dass alle getaufte Menschen Pfaffen sein. Du weissist, dass
die Schrift so lehret 1. Petr. 2,9 noch kannst du dein Lugen und gottlich
Wahrheit strafen nit lassen. |
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| 17
Dass ich nit gerne sehe die Ketzer vorbrennen, spricht er, ich furcht der
Haut. Ei warumb kreucht denn der freie Held itzt ins Kloster zu Leipzk,
der sich fur niemand, auch fur allen Teufeln nit zu furchten, beruhmt mit
Schriften und Schreien? |
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| 18 Ich halt, dass Ketzer vorbrennen
daher kumm, dass sie furchten, sie kunnten sie mit Schriften nit ubirwinden;
gleichwie die Papisten zu Rom, wenn sie nit mugen der Wahrheit widerstahn,
wurgen sie die Leut, und mit dem Tod solviren sie alle Argument. Ein solcher
Vorfechter der Wahrheit wäre mein Doctor Eck auch gerne. |
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| 19
Weiter schreibst du frummer Mann, ich wolle den Friedbrechern und Mordern
Raum machen, da ich gelehret hab, ein Christenmensch soll sich nit wehren,
noch sein genummen Gut wiederholen. Warumb strafist du nit Christum, der
dasselb gelehret hat? (Matt 5,39f) Warum klagist (E18) du dann, ich erreg
den Adel und Schwert wider den Papst und Geistlichkeit? |
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| 20 Warum schreibst du nit nuchtern
deine Buchle? Wenn dich mit deiner Bulle ein Landsherr hätt ins Wasser
oder Kerker worfen, wollt ich sagen, er hätt dir recht than. Wie dunkt
dich nu? Hab ich nit offentlich gnug in meinem Buchlin gesagt, dass weltlich
Schwert schuldig sei, Bose zu strafen und Frumme zu schutzen? |
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| 21 Geht doch das ganz Buchlin
danih aus, dass dichs auch gleich vordreussit; noch bist du so blind und
fichsts nit. Nichts desteweniger soll ein iglicher leiden Gewalt und Unrecht.
Die Ubirkeit soll aber drauf wachen, dass niemand Unrecht geschehe; und
ob niemand klage, soll sie doch wehren, wo sie kann, sieht und weiss. Wiewohl
den Unvollkummen St. Paulus 2. Cor. 6, zulässit, dass sie klagen;
aber er lobet es nit, ja strafts fast seher. |
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| 22 c
Du weissist, mein lieber Romanist, dass du in der heiligen Schrift eben
so viel kannst, als der Esel auf der Lyren; du vormochtist nit drei Zeilen
christlich auslegen, und gibst fur, idermann zu richten, lehren und tadlen.
Ruhmist dazu und schreibst in alle Welt, du kunntist allis auswendig, und
gebrauchst keiner Bucher. |
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| 23 Du dorftist des Ruhmis nit;
man sieht es mehr, dann du glaubst, dass du allis ahn Bucher schreibst
und lehrist. Wenn du die Augen so fleissig in die Nucher kehrtest, als
due si auf die venereas Veneres zu Leipzk hastest, davon du
schreibst gen Ingolstadt, und der Trunke dich mässigist, so mochst
du zuletzt erkennen dein falsch, ungelehret Herz, Mund und Feder. |
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| 24 Ich hofft, es sollt dir auch
besser sein, du hättist ein Eheweib, denn ein solch beruhmt keusch
Leben; wiewohl du mich vorspricht, dass ich solchen elenden, gefallen Priester
die Ehe gerathen habe, die ihn ihr romischen Tyrannen und Seelmorder genommen
habt, wider Gott und Recht, und noch furhaltet, zu grossem Vorderben der
Seelen. |
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| 25
Und wenn du nit neulich von Rom kummen wärest, wie kunntest du so
unvorschampt schreiben, dass du glaubist, ich habe predigt: frumme Ehleut
mogen nit selig werden, dann sie fielen durch ihre Frummkeit in Hoffart.
(E19). Horist du es, lieber Eck, willt du je Lugen gnug von meinen Predigten
horen, frag den Raben zu Leipzk, und Barfussen Observanten neben ihm, und
alle, die durch ihn reden und schreiben, so wird das Topfen sein wie die
Suppen. |
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| 26
Du weissist auch, dass Ablass kein Nutz, und der Bann als ein Straf, mit
Lieb aufzunehmen sein; noch muss dein Mund anders reden, denn du gedenkst.
Also thätest du zu Leipzk auch mit Doctor Carlstad, da ich dich
zum ersten lehret erkennen. |
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| 27
Du schreibest auch, dass ich dem Papst gehorsam zu sein vorwirfe: so ich
so vielmal gelehret, auch bosen Prälaten, ja dem Turken gehorsam zu
sein. So hab ich dieses Papsts Person noch nie dann mit Ehren gedacht;
sondern ingemein von bosen Päpsten und schädlichem Papstthum
geredt. Aber dein Art soll also mein Wort vorkehren. |
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| 28
Es wundert mich, dass du dich nit schämist in dein Herz, dass du mir
aufruckist, wie ich wollt gern kein Bettelorden sein. So blind und toll
macht dich dein falscher Hass, dass du das in alle Welt schreibst fur ein
Ketzerei, so du doch wohl weissist, dass sichs anders hält, und idermann
das Bettelen nit fur gut hat, auch die Bettelmunch selb. Du elender Mensch,
wolltist gerne auf mich laden die Bettelorden. |
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| 29
Dass ich wider die Turken kriegen vorwirf, bis dass wir vorhin frumm werden,
und darnach mit Gottisfurcht an sie ziehen, soll mir niemand ubel auslegen,
denn D. Eck, dem kein Lieb noch Lust zur Wahrheit im Herzen ist. |
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| 30 Ich sag auch noch, der Adel
sollt mit dem Schwert drein schlahen zu Rom, in alle, die es mit Sylvester
halten, der do sagt dass die Schrift sei unter dem Papst, und der Papst
soll ungestraf bleiben, ob er gleich die Welt gar zum Teufel fuhret. |
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| 31 Solch Lehre und
Spruch horist du ehrbar Christenmann gern, die sein dir nit ketzrisch,
da schreibst du nichts wider. Ich muss dir aber einer sein, dass ich dir
und deines Gleichen widersprech in solchen teufelischen Lehren. |
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| 32
Ich hab auch Fasten frei gemacht. Das hat St. Paul (20) than und nit ich.
Aber was ist Wunder, dass du mich anleugist und schähist, wenn du
St. Paul und Christum lästerist; und bist dennoch ein ehrber, frumm
Christenmann. |
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| 33
O wie wehmuthig bist du armer Mensch, wie suchst du hin und her, deinem
Neidhart zu helfen. Sprichst: ich woll nit leiden die Scholasticos, sondern
die Ecclesiasticos; wiederumb woll ich die Ecclesiasticos auch nit leiden,
itzt den Papst, itzt nit den Papst, itzt Concilia, itzt nit Concilia; sondern
wolle nur mit der Schrift gehandelt haben. |
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| 34 Ich bitte dich umb Gottis
willen, mein lieber Eck, was ist dir doch mit solchen offentlichen Lugen
beholfen, da du wohl weisist, dass anders stehe? Meinist du, dass ich mich
fur deinen Lugen furchten werde? Oder hältist du es dafur, dass es
Bestand haben kunnte, ob du ein Stuck von dem einfältigen Volk mit
deinen Lugen betreugist, dir ein Geschrei, mir ein Schmach zurichst? |
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| 35
Du hast vor diesem Jahr zu Leipzk in der Disputation auch allis mit Lügen
und Trugen getrieben, wie du wohl weissist, und deinen Ruhm gesucht, auch
erlangt; wo ist sie blieben? |
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| 36 Du siehst, dass Gott, der
die Wahrheit ist, wider deine Lugen strebt; noch horest du nit auf, mit
Lugen wider ihn zu sturmen. Es erbarmt mich dein, und bitt, lass gnug gelogen
sein, mein Eck, dass dich Gott zuletzt nit ein anders sehen lasse. Du kannst
mir nit schaden, thu, was du willt, dieweil du mit Lugen umgahst. |
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| 37
Es muss neben dir ganz Leipzk mir Gezeugnis geben, dass ich mich allzeit
auf die Schrift berufen habe; nit die Doctores vorleugnet in allen Stucken,
sondern dieweil sie zuweilen geirret haben, wollt und will ich sie nit
in allen Stucken halten, und wo ich einen klaren Spruch der Schrift hätte,
da wollt ich allein wider sie alle stehen, so sie anders schrieben. |
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| 38 Die sein mein Wort gewesen,
wie du nit leugnen kannst; noch schreibst du und schreiest in alle Welt:
ich woll alle Doctores vorwerfen, und allein auf meinem Sinn stehen, ohn
alle Schrift und Spruch, und machst aus der Particular ein Universal. Dazu
frag dein Gewissen, wie ehrbar und redlich (E21) du hierin handlist. Furchst
du dich nit zum wenigsten fur etlichen Leipzischen Ohren? |
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| 39
Auch schämist du dich nit, mir Schuld zu geben, ich wolle allein ob
der heiligen Schrift halten. Wie kannst du dich selb hoher schmähen,
dann dass du, Doctor der heiligen Schrift, nit allein dich deines Handwerks,
Amts und Titels schämist oder furchtist: sondern mir das fur ein Tadel
zumissist. dass ich in die heiligen Schrift will. |
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| 40 Ja, ich weiss, wo dich der
Schuh druckt. Du kannst nichts in der heiligen Schrift, das weiss ich;
und heissist doch Doctor der heiligen Schrift, und furchtest deiner Ehre.
Darumb spielst du mit vielen der Lehrer Namen, dass man dein in der Schrift
Unwissenheit nit merken soll; dennoch soll dichs nit helfen. |
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| 41 Du, Papst, Doctores, Concilia,
Menschen, Engel und Teufel, sollet und mussit in die Schrift, und dasselb
Urtheil empfangen; des und kein andirs. Wolltist du mir die heilige Schrift
also in den Wind schlahen, und die Doctores nit durch sie richten lassen?
Noch nit, lieber Eck. Siehe da, hieraus kannst du merken mein Unbeständickeit,
wie ich itzt Doctores, itzt nit Doctores, itzt Papst, itzt nit Papst horen
will. |
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| 42 Ich will die Schrift haben
aufs allerbeständigst und zum ersten, darnach allies ander nehmen
und lassen, was mich die Schrift lehret, es hab geschrieben, wer do woll;
ich will keinen Meister haben, denn nur einen, der heisset Christus im
Himmel, wie er uns allen geboten hat, alle andere will ich fur Mitschuler
halten. |
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| 43
Darnach, was du von den Seelen im Fegfeur und Jahrtagen lallest, lass ich
fahren; man weiss wohl in aller Welt, was ich davon halt, es darf deinen
Lugen und Bosheit nichts. Ob aber ich ungeduldiger sei gewesen, denn du,
Emser, Prieras und deine Gesellen, lass ich die Leser unser Bucher urtheilen. |
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| 44 Ruhm du dich fast, ich gann
dirs wohl. Ecciana modestia, was das heiss, weisst du wohl. Ich
ruhme mich keiner Tugend; ich ruhme mich der heiligen Schrift Warheit,
da du fur fleugst, wie der Teufel fur dem kreuz, und fallist davon zu disputieren
auf mein boses Leben, darinn ich bald bin concludiert; wiewohl mich fur
den Menschen, das ich nit (22) acht, niemand, Gott Lob, mag tadelen. Ich
hoff, du solltist auch nit lang inclusibilis darinnen sein, wenn
du anders nit lügen wolltist, wie du pflegst. |
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| 45
Zuletzt kommt er auf das Costnitzer Concilium, und lästert einher,
als ein rechter Romanist, neulich kummen; spricht: Es sei dem Johanni Huss
und Hieronymo das Geleit und Eid nit brochen etc. Dieweil denn meinem lieben
Herrn so kutzel ist, will ich mein Maul recht aufthun von dem Costnitzer
Concilio, und sag: |
Til sidst kommer ham
ind på koncilet i Konstanz og spotter som en rigtig nyankommen romanist,
idet han siger: Det frie lejde og eden overfor Johan Huss og Hieronymus
blev ikke brudt, osv. Eftersom da det er så prekært (?) for
mine kære herrer, vil jeg ret lukke munden op om Konstanzer koncilet
og sige: |
| 46
Zum ersten, dass ich leider zu Leipzk in der Disputation nit hatte gelesen
Johann Huss, ich wollt sonst nit etlich, sondern alle Artikel zu Costnitz
vordampt gehalten haben; wie ich sie denn noch itzt halte, nachdem ich
desselben Johann Huss hochvorständigen edles christlich Buchlin, dessgleichen
in vier hundert Jahren nit ist geschrieben, hab gelesen, wilchs auch nu
durch gottlichen Rath in Druck ausgangen, die Wahrheit zu bezeugen, und
alle die in offentliche Schanden zu setzen, die es vordampt haben. |
For det første,
at jeg desværre i Leipzig ved disputationen ikke havde læst
Johan Huss, ellers ville jeg ikke have nøjedes med at regne nogle
af artiklerne fra Konstanz, men dem alle for fordømte. Det regner
jeg dem for nu, efter at jeg har læst Johan Huss' dybsindige, ædle,
kristelige bog, hvis lige ikke er skrevet i fire hundrede år. Den
er nu også ved guddommelig førelse udkommet på tryk
for at bevidne sandheden og for at sætte alle dem, der har fordømt
den, offentligt i gabestokken. |
| 47
Es sein nit Johannis Huss Artikel, sondern Christi, Pauli, Augustini, aufs
allerstärkist gegrundt, und unwiderstosslich bewähret, wie das
alle mussen bekennen, die dasselb lesen. Ach wollt Gott! ich wäre
sein würdig, auch um solcher Artikel willen vorbrennt, zurissen, zutrieben
werden, aufs allerschmählichst, wie es Doct. Lugener selbs erdenken
kunnt, und das mirs tausend Hälse kostet, sie mussten all heran. |
Det er ikke Johan Huss'
artikler, det er Kristi artikler, Paulus' og Augustins, og de er begrunder
på det allerstærkeste og bevist uigendriveligt, sådan
som alle de, der har læst dem, må bekende. Ak, Gud give, at
jeg kunne være værdig i forhold til ham, til også for
sådanne artiklers skyld at blive brændt, revet og drevet i
stykker på det allerskændigste, som Dokter Løgner selv
kunne udtænke det; om det så skulle koste mig livet tusind
gange, det skulle frem altsammen. |
| 48 Nit dass ich damit Johann
Huss erhebe und Marterer ausschreien will. Denn ich bin nit so frevel,
Heiligen zu erheben, als der Papst mit seinen blinden Papisten. Ich weiss,
dass Gott in seinen Gerichten wunderlich und erschrecklich ist, mag wohl
lassen jemand rechte Lehre haben und drob erwurgt werden, und doch niemand
wissen, was er mit ihm machen will. |
Ikke, at jeg dermed vil fremhæve Johan Huss og udskrige
ham som martyr. For jeg er ikke så fræk, at jeg kan fremhæve
helgener, som paven og hans blinde papister. Jeg véd, at Gud er
vidunderlig og forfærdelig i sine domme, han kan vel lade én
og anden have den rette lære og blive dræbt derfor, uden at
dog nogen véd, hvad han skal stille op med ham. |
| 49
Darumb sag ich, zur Rettung meins Gewissens, von dem unschuldigen Blut,
gegen alle, die solch Artikel vordampt halten, dass sie wissen sollen,
wie sie Christum selbs leugnen und vordampnen; und D. Eck, der wohl weiss,
dass sie unrechtlich vordampt sein, doch in das Widerfechten kummen, sich
schämet das Widerspiel zu singen, wollt ehe alle Welt mit seinen Lugen
vorblenden, dass nur sein Ruhm und Ehre bestund, ehe er (E23) die Wahrheit
wollt lassen Recht haben. |
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| 50 Es ist wohl wahr, dass Johann
Huss ehe vorbrannt ist, denn der Papst da ist bestätigt. Dasselb ist
eben die Klag, dass die Buben da regiert haben mit ihren Opinion, ehe ein
rechte Ordnung des Papstthums geschehen ist. |
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| 51
Er entschuldigt auch den Adel, der, und nit das Concilium, denselben Huss
und Hierony sollt vorbrannt haben. Lieber Eck, das ist in meinem Buchlin
der hochsten Klagen eine, dass in den neuen conciliis der Papst mit den
Seinen krin Freiheit jemand lassen, sondern zuvor mit Eiden vorbinden,
dass sie nur mugen setzen und thun, was sie wollen, und ihr Buberei durch
den gefangen betrogen Adel ausrichten. |
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| 52 Hätte der Kaiser Sigmund
und Fursten frei durft handeln, wie er es im Sinn hatte, es sollte Costnitz
und Basel wohl viel andere Concilia, und den lugenhaftigen Romanisten ihr
ubirmuthige Bosheit wohl gewenigert worden sein. |
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| 53
Drumb leugt D. Eck abermal, dass Costnitz ein frei Concilium gewesen sei;
und ich nit unbillig nach einem freien Concilio streb, darinnen nit allein
die allerungelehretisten Bischof, und grobisten, tollisten Sophisten, wie
zu Costnitz, sondern auch vornunftige, erfahrende Fursten, Adel und Laien
mochten mit im Rath sitzen, seint es doch nu dahin kummen ist, dass ehliche
Weiber mehr Biblien kunnten und christliche Sache bass vorstahen, dann
D. Eck und seine Mitsophisten. |
|
| 54 c
Wie ich auch gesagt, dass Johann Huss das christlich Geleit nit gehalten,
so ists wahr, und D. Eck selb nit vorstaht, was er anzeigt in dem lateinischen
Geleitsbrief. Es ist ihm zugesagt ein christlich Geleit, als die Wort klar
ausdrucken, die D. Eck gerne vordecken wollt: Quantum in nobis est,
et fides orthodoxa exigit. |
|
| 55 Darumb hab ichs ein christlich
Geleit genennet, das ist, wie man es in der Schrift findet. Nu weiss man
wohl, was christlich gehandelt heiss. Es hat die Christenheit nach nie
von solchem recht Geleit gewisst, wie ich in meinem Buchlin weiter hab
anzeigt. So hat die Christenheit nu wohl vierzehnhundert Jahren viel Ketzer
ubirwunden, und keinen nie (24) vorbrannt, ahn die Papisten zu Costnitz,
die christlich Geleit geben, und machen darnach ein menschlich, rechtlich
Geleit draus; wilchs mehr ein Schein, dann ein recht Geleit heissit, und
unchristlich ist. Die Gerechtickeit, da D. Eck sein recht Geleit auf grundt,
wäre dennoch wohl vorortert, dass man drumb das Geleit nit hätt
durft brechen. |
|
| 56
Warumb vorbrannt St. Augustinus nit die Ketzer in Africa? Warumb nit Hilarius
und der heiligen Lehrer viel mehr? sondern waren dawider, dass man sie
auch nit am Geld strafet; das waren christliche Weise mit Ketzern umbzugehen,
da kam auch Frucht von: was aber hievon kommen sei, weiss man wohl. |
|
| 57 Und was ware den blutdurstigen,
unsättigen Tyrannen zu Costnitz Noth, dass sie mit dem todten, vorbrannten
Johann Huss so gräulich unmenschlich fuhren, und liessen die Erden
mit der Aschen so tief ausgraben und in Rhein werfen? Willt du es wissen?
Ihr Gewissen forcht sich seiner unrechten Sachen, darumb erfunden sie ein
solche wuthend Bilde, die armen Laien zu schrecken, dass die Wahrheit mit
Gewalt und Furcht wurd unterdruckt. |
|
| 58 Noch hats nit geholfen, noch
kummt die Wahrheit herfur, und sollte allen Papisten die Blasen bersten:
die Stein werden noch ubir die Hussuschen Morder schreien. Man hat nu hundert
Jahr gewehret, und je mehr gewehret wird, je mehr es herfurdringt, dass
es offenbar will werden, Hussen Sach sei gottlich, Costnitzer sei teuflich
gewesen; die Wahrheit will und mag nit vorborgen bleiben. |
|
| 59
Ich habe horen sagen von Andres Proles, unsern Vicario, der ein Mann in
deutschen Landen eins grossen Namens und Glaubens gewesen ist, auch von
vielen fur heilig gehalten, dass er zur Zeit in unserm einen Kloster an
der Wand D. Johann Zachariä, mit einer Rosen auf dem Barett gemalet,
angesehen hat und gesagt hab: O weh, ich wollt nit gern die Rosen mit den
Ehren tragen. |
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| 60 Ist er darauf von einem Tappern
seiner Väter gefragt, was das bedeut? Hat er also gesagt: Da Johann
Huss zu Costnitz hat offentlich disputiert, ist ihm von Johanne Zachariä
der Spruch Ezech. 34,11f: (25) Visitabo ego ipse pastores, et non populus
meus, furgehalten; hat Johann Huss vorneint, es stund nit drinnen:
et
non populus meus. |
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| 61 Hat Johann Zachariä
sich auf Huss eigen Bibel berufen, wilch er zuvor in Johann Huss Herberg
heimisch besehen hätt, und ihn doch nit warnet; da die ist kummen,
ists also drinnen funden. Und obwohl Johann Huss rief, sie wäre falsch,
andere Bibel hätten nit also, denn er hätt eine ahngefähr
mit sich genommen, mussts doch nit helfen, und also durch ein falsche Bibel
vordampt werden. |
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| 62 Da ward dem Zachariä
die Rosen zu Ehren geben, als einem Ubirwinder des Ketzers Johannis Huss.
Nu ists wahr, alle Biblien auf diesen Tag in aller Welt haben, wie Johann
Huss gesagt, und nit wie Johann Zachariä. Daraus es Schein hat, wie
die Sophisten ihrer Sach vorzweifelt, mit aller List und Trügerei
umbgangen und nichts am Licht gehandelt haben. |
|
| 63 c
So ist das so ganz idermann offinbar, dass es niemand mehr mag widersprechen,
wie Johann Huss sei noch nie mit Schriften ubirwunden; als auch etlich
Acta selbs schreiben, ist er vordampt worden heimlicher Weis, dass die
Junkherrn haben unternander drob berathschlagt, placet, placet, placet,
und also ist er durchs placet der ungelahrten Tyrannen hingerichtet, ohn
Unterricht, ohn Beweisung, ohn Ubirwindung; |
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| 64 wie ich denn gehort hab von
meinem Institutor, Johann Greffenstein, gelehreten und frummen Mann, wilchen
ich nit wohl mag nennen, dieweil er todt ist, und ichs zu der Zeit von
ihm horet, da ich nach (noch) gar wenig dedacht Priester, schweig Doctor
zu werden. |
|
| 65
Also ist an vielen Orten deutsches Lands, noch allzeit blieben das Mummeln
von Johann Huss, und hat immer zugenummen, bis ich auch drein gefallen,
erfunden hab, dass er forwahr ein theur, hocherleucht Mann gewesen ist,
den auch noch nit muge ubirwinden zwenzig tausend Ecken auf einen Haufen
gesetzt. |
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| 66 Und sein sie gelehret, so
lassen sie sich noch sehen, und geben Ursach, warumb Johann Huss vordampt
sei. Es ist nit gnug gesagt, das Concilium habs than; man muss Grund (E26)
anzeigen, die Widersacher zu schweigen, und uns selb zu befrieden: dieweil
es kund ist, ein Concilium mug irren. Trotz hie allen Ecken, Spitzenund
Winkeln, und allen Papisten und Romanisten, dass ihr ein Blatt Johann Huss
mit Schriften umstosst. |
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| 67
Drumb hättist du, grosser Feind der Wahrheit, dein Feder wohl mogt
rugen lassen, und mich auch des meinen warten; oder hättist dieweil
dein Buch edendum vel bibendum, aut etiam egerendum de primatu Petri,
lassen an Tag kummen, wie lang frissest du dran? Hat dich der Schimpf gerenen?
du bist einer unvorschampter Stirn, und sichst, dass dir Gott selb widersteht,
dich in alle Schand fuhret,noch willt du nit Witz empfahen. |
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| 68
Ich hor auch sagen, D. Eck hab ein Bullen mit sich von Rom wider mich bracht,
die ihm so ähnlich sei, dass sie wohl mocht auch D. Eck heissen, so
voll Lugen und Irrthumb sie sein soll; und er geb fur, den Leuten das Maul
zu schmieren, sie sollen gläuben, es sei des Papsts Werk, so es sein
Lugenspiel ist. Ich lass es allis geschehen, muss des Spiels in Gottis
Namen warten; wer weiss was gottlicher Rath beschlossen hat. Es ist auf
mich noch nichts gebauen, drumb mag mit mir nichts fallen. |
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| 69
Dass ich aber festiglich gläub, es sei nichts mit irgend einer Bullen,
ist die Ursach: zum ersten, denn mein Appellation, an das gemein Concilio
gestellet, steht noch unvorruckt, daruber ich dem Papst mit allen den Seinen
nichts geständig bin, denn allein guttlichen Handel. |
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| 70 Fähret er aber druber
mit Gewalt; wohlan, lass hertraben, dennoch ist er noch nit uber den Berg:
und will hiemit fur idermann offentlich bedingt, und dieselbige Appellatio,
aufs best es sein soll, vorneuet haben. |
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| 71 c
Zum andern so ist mein Sach, aus meiner willigen Unterlassung, meins gnädigen
Herrn, Herzog Friedrich, Churfurst zu Sachsen etc durch Anregen Herr Carol
von Miltitz, päpstlicher Botschaft, auf Vorhorung des Hochwürdigsten
in Gott Vater, und Herrn Erzbischof zu (E27) Trier vorhaftet, wilchs noch
unwiderrufen, mir Glauben macht, der romisch Stuel werd solch zween mächtig
Churfursten nit fur Olgotzen achten, oder sie vorgebens bemuhen lassen;
wir Deutschen mussten denn immer Narrn bleiben. So mein ich je, ich sei
nur ein Mensch, der nit an zweien oder mehr Orten zugleich muge Vorhorung
oder urtheil warten. |
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Zum dritten wer mags begreifen, dass der Papst sollt ubir mich D. Ecken
Befehl thun, der seines feindlichen, offentlichen Hassis gegen mir selb
kein Maass weiss, so doch in allen Sachen nit die Parteien selb, sonder
unvordächtig Leut handeln sollen: wie das die Natur und alle Recht
geben? Darum zu vormuthen, er lüg, trüg, dichte und zurichte
allis, was ihm seinboser Hass mag angeben. |
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Zum vierten will ich von allen bullen, wo und wenn sie kummen, unvorbunden
sein, ich sehe dann die rechte Häuptbullen, lass mich die Abschriften
und Copeien nit anfechten; und das aus den Ursachen: ich hab gesehen die
Ablassbullen, dawider ich anfänglich in dieser Sach gehandelt, und
merklich Gebrechen und Feil drin gefunden, dazu etlich vorständiger,
denn ich 18 Gebrechen in derselben einigen Bullen gesehen. |
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| 74 So denn einen so grossen
Bischof zu Mänz und Magdeburg zu betrügen mit derselben Bullen
die romischen Buben sich nit gescheuet haben; was sollten sie nit furnehmen
wider mich armen Betteler? |
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Uber das, der Cardinal St. Sixti zu Augspurg meinen gnädigsten Herrn,
Herzog Friedrich, Churfurst zu Sachsen, mit einem offentlichen, erlogenen,
falschen Breve betrog; wie ich das an Tag geben hab in Actis Augustenis.
So denn den romischen Buben solch grosse Herrn in deutschen Landen mussen
Narren und Affen sein durch ihre falsche Briefe; warumb sollt ich gläuben,
dass sie durch D. Ecken, der sich selb in seinen Worten und Schreiben einen
landruchtigen Erzlugener eroffnet hat, redlich mit mir handele furnehmen? |
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| 76 Ja es, ist so gemein worden,
mit falschen (E28) Briefen aus Rom handthieren, dass gar selten einer rechtschaffen
erfunden wird. |
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Drumb will ich der Bullen Blei, Wachs, Schnur, Signatur, Clausel und allis
mit augen sehen, oder nit ein Haar breit geben auf alle andere Geplerre. |
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| 78 Es darf auch niemand klagen,
er muge nit sicher zu Wittenberg kummen oder wandeln; wir haben so einen
frummen, redlichen Landsfursten und Amtleut, dass die Entschuldigund kein
Behelf mag haben, wo man mit Recht handeln will. |
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Hiemit will ich idermann vorwarnet haben, dass er nit, durch romischen
Handel und D. Ecken beschissen, an mir anlauf, und zuvor die Executores,
auf dass, so sie sie zuvor vormahnet. |
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| 80 Es muss noch allis viel ein
andere Nasen gewinnen, soll es recht hinaus gahen. Gebt aber Gewalt fur,
da noch viel mehr zugehoren will, so walt es Gott; ich will es frohlich
wagen in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi.Amen. |
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